Wie hoch ist die Durchfallquote in der Heilpraktikerprüfung?

Viele Menschen machen den Fehler, den Anspruch der Heilpraktikerprüfung zu unterschätzen. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass es keine geregelte Ausbildung gibt. Zudem ist der Heilpraktiker im Vergleich zum studierten Arzt in seinen Befugnissen stark eingeschränkt, so dass sich vielfach die Meinung hält, dass es ja nicht so schwer sein könne. Wer schon einmal zur amtsärztlichen Überprüfung angetreten ist, weiß jedoch eher das Gegenteil zu berichten. Die Heilpraktikerprüfung beim Gesundheitsamt wird nicht umsonst oftmals als eine der schwierigsten Prüfungen in Deutschland genannt. Formal muss man zwar nur wenige Voraussetzungen erfüllen, doch inhaltlich geht es durchaus zur Sache.

Zunächst steht eine schriftliche Prüfung an, die als Multiple Choice Test aufgebaut ist und insgesamt zwei bis drei Stunden dauert. Die Prüfungsfragen befassen sich in erster Linie mit den folgenden Themengebieten:

  • Berufskunde
  • Hygiene
  • Krankheitslehre
  • Physiologie
  • Anatomie
  • Pathophysiologie
  • Erste Hilfe
  • Anamnese
  • Patientenuntersuchung
  • Praxishygiene
  • Blutabnahme
  • Laborwerte
  • Injektionstechniken
  • Gesetzeskunde

Folglich wird umfangreiches Wissen abgefragt, obwohl keine vorgegebene Ausbildung existiert. Dies kann es zuweilen erschweren, nicht den roten Faden zu verlieren. Nur diejenigen, die die schriftliche Prüfung erfolgreich bestanden haben, werden zum mündlichen Teil eingeladen. Vor der Prüfungskommission müssen die Heilpraktikeranwärter so ihr Wissen und Können unter Beweis stellen. Medizinische Fragen und Fallbeispiele stehen dabei im Fokus.

Nur wer beide Prüfungsteile besteht, erhält die staatliche Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung. Fachverbänden zufolge gelingt dies mitunter nur 20 bis 30 Prozent der Prüflinge. Die Durchfallquote bei der Heilpraktikerprüfung liegt somit bei 70 bis 80 Prozent. Es steht dabei natürlich jedem frei, die amtsärztliche Überprüfung zu wiederholen. Die Gesundheitsämter bieten grundsätzlich zwei Termine im Jahr an, so dass man sich mindestens ein halbes Jahr gedulden muss.

Hohe Erfolgsquoten im Heilpraktiker-Fernstudium

In Anbetracht der hohen Durchfallquote in der Heilpraktikerprüfung erscheint eine umfassende Vorbereitung besonders wichtig. Wer aus diesem Grund von einem Selbststudium absieht und zugleich aufgrund seiner Berufstätigkeit an keiner Ausbildung zum Heilpraktiker in Vollzeit teilnehmen kann, nimmt oftmals mit einem Heilpraktiker-Fernstudium vorlieb. Dabei fällt auf, dass einige Anbieter entsprechender Fernlehrgänge mit extrem hohen Erfolgsquoten werben. Zuweilen ist von einer Erfolgsquote von 90 Prozent oder sogar einer Bestehensgarantie der Heilpraktikerprüfung die Rede. Hier ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Wer sich für ein Fernstudium zum Heilpraktiker interessiert, sollte die Vertragsbedingungen genau lesen, denn häufig werden derartige Versprechen darin schnell relativiert.